Heldenshooting mit Edi!
Edi und das unerschütterliche Vertrauen
Manchmal gibt es diese Shootings, bei denen man nach Hause fährt und noch ein bisschen an die Hunde und ihre Menschen denken muss. Bei Edi und seinem Frauchen war das definitiv so.
Edi ist sieben Jahre alt und kommt aus einer rumänischen Tötungsstation. Seit Januar 2021 lebt er bei seinem Frauchen. Und die Geschichte, wie die beiden zusammengefunden haben, finde ich ziemlich beeindruckend.
Einmal retten, bitte. Und dann schauen wir weiter.
Edis Frauchen hat ihn damals kurzerhand aus der Tötungsstation gerettet. Ohne wirklich zu wissen, wer dieser Hund eigentlich ist. Was er erlebt hat, was er vielleicht an Päckchen mitbringt und wie das gemeinsame Leben aussehen würde.
Sie hat einfach gehandelt.
Ich finde, dazu gehört ganz schön viel Mut. Denn einen Hund aufzunehmen, dessen Geschichte man nicht kennt, bedeutet eben auch, sich auf vieles einzulassen, das man vorher nicht planen kann. Man weiß nicht, wie der Alltag wird, welche Herausforderungen vielleicht warten und wie lange es dauert, bis man wirklich zusammengewachsen ist.
Bei Edi hat sich dieser Schritt mehr als gelohnt.
Heute ist er ein unglaublich lieber, freundlicher und gelehriger Kerl. Sein rechtes Bein ist etwas krumm und auch sein Körperbau ist besonders. Laut DNA-Test steckt in ihm ein südrussischer Owtscharka-Mix mit Mudi. Der Oberkörper passt dabei nicht ganz zu den eher kurzen Beinen.
Aber mal ehrlich: Muss ja auch nicht immer alles zusammenpassen.
Edi ist eben Edi. Und genau so darf er sein.
Edis Superkraft: unerschütterliches Vertrauen
Als ich überlegt habe, welche Superkraft ich Edi für meine Heldenhunde-Reihe zuschreiben würde, war die Entscheidung ziemlich schnell klar: Vertrauen.
Nicht, weil ich behaupten könnte, genau zu wissen, was in Edi vorgeht oder wie er seine Vergangenheit erlebt hat. Das kann ich nicht. Aber wenn ich die beiden zusammen sehe, beeindruckt mich ihre Verbindung einfach sehr.
Die beiden sind ein richtig tolles Team.
Man merkt, dass sie schon einiges miteinander erlebt haben. Und ich finde es schön, mir vorzustellen, wie aus dieser spontanen Rettung nach und nach ein gemeinsames Leben geworden ist. Ein Alltag, in dem man sich kennenlernt, zusammenwächst und irgendwann ganz selbstverständlich zusammengehört.
Dabei gehört für mich nicht nur Edis Vertrauen zu dieser Geschichte. Auch sein Frauchen musste einen großen Vertrauensvorschuss geben. Sie hat sich auf einen Hund eingelassen, ohne zu wissen, was sie erwartet.
Und heute stehen die beiden da. Als Team.
Ich bewundere das wirklich sehr.
Ein Herbstabend, wie ich ihn liebe!
Unser Shooting war übrigens einfach richtig schön. Es lag schon ein bisschen Herbst in der Luft und wir hatten dieses wunderschöne Licht kurz vor Sonnenuntergang. Warm, weich und genau so, wie ich es draußen am liebsten mag.
Ich liebe solche Abende, an denen man nicht viel braucht. Keine große Inszenierung, keine perfekten Bedingungen und auch keinen Hund, der irgendetwas können oder besonders gut machen muss.
Wir hatten Edi, sein Frauchen und dieses Licht. Mehr brauchte es eigentlich nicht.
Und während ich fotografiert habe, war da immer wieder dieser Gedanke an die Geschichte der beiden. Daran, dass Edi einmal an einem Ort war, an dem seine Zukunft alles andere als sicher war. Und daran, dass sein Frauchen damals eine Entscheidung getroffen hat, die ihr beider Leben verändert hat.
Heute ist er hier. Bei ihr. Und sie sind gemeinsam unterwegs.
Ich finde, manchmal muss man gar nicht viel erklären. Manchmal sieht man einfach, dass etwas zusammenpasst.
Was von diesem Shooting bleibt…
di ist für mich ein Heldenhund, weil seine Geschichte zeigt, dass man nicht immer wissen muss, wie etwas ausgeht, bevor man den ersten Schritt macht.
Sein Frauchen wusste damals nicht, welchen Hund sie da rettet. Und Edi wusste ganz sicher nicht, was ihn erwartet.
Heute sind die beiden ein Team, das ich wirklich ins Herz geschlossen habe.
Und vielleicht ist genau das die schönste Seite an meiner Arbeit: Ich fotografiere nicht einfach Hunde. Ich lerne ihre Geschichten kennen. Manchmal sind sie laut, manchmal leise und manchmal bleiben sie mir noch lange nach dem Shooting im Kopf.
Edi und sein Frauchen gehören definitiv dazu.
Und Edis Superkraft? Ganz klar: unerschütterliches Vertrauen.

